VR-Technologie und interaktive Videos: Projekt entwickelt innovative Lehr- und Trainingskonzepte für Medizinberufe

Wien (OTS) - Ein Expert*innen-Team der FH Technikum Wien entwickelt im Projekt PrepaCare (XR) zusammen mit vier internationalen Partnerinstitutionen simulationsbasierte Lehr- und Trainingskonzepte für den medizinischen Bereich. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem webbasierte Trainingstools und Virtual Reality-Technologie.

Gut ausgebildetes Gesundheitspersonal spielt gerade in der jetzigen Zeit eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem. Eine fundierte Ausbildung, viel Praxis und weiterführendes Training haben dabei eine besondere Priorität. Dies betrifft nicht nur die häufig genannten Gesundheitsberufe wie Ärzte oder das Pflegepersonal, sondern etwa auch Medizintechniker*innen.

Um diesen Bereich zu unterstützen, entwickeln im Erasmus+ geförderten Projekt PrepaCare (XR) Expert*innen der FH Technikum Wien zusammen mit vier internationalen Partnerinstitutionen neue, simulationsbasierte Lehr- und Trainingsmethoden. „Die Weiterbildung und das Training des Gesundheitspersonals ist vor allem für selten auftretende, aber kritische Situationen ein möglicher Schlüssel zum Erfolg“, erklärt die Projektleiterin Andrea Balz vom Kompetenzfeld Medical Engineering & Integrated Healthcare. Zeit und Personal sind in Gesundheitseinrichtungen jedoch häufig knapp bemessen. Um in der Weiterbildung des Personals vor allem in Krankenhäusern wertvolle Ressourcen zu schonen, setzt das Projekt auf aktuellste Methoden der Wissensvermittlung: So werden Lehr- und Lernkonzepte etwa in E-Learning-Kursen (Moodle) aufbereitet und mit Best-Practice-Beispielen ergänzt. Zur Simulation besonders kritischer Szenarien kommen unter anderem interaktive Videos und VR-Technologie zum Einsatz. „Wir wollen damit auf unterschiedlichsten Ebenen und mit verschiedenen Methoden die Weiterbildung im medizinischen Bereich unterstützen und auf diese Weise helfen, Wissenslücken zu schließen“, sagt Projektleiterin Balz.

Internationale Zusammenarbeit von fünf Institutionen

Das Team der Fachhochschule Technikum Wien arbeitet im Projekt PrepaCare (XR) mit internationalen Partnern der Lapland University of Applied Science (LAPIN AMK) aus Finnland, der University of Bergamo (UniBg) aus Italien, der Universidade de Trás-os-Montes e Alto Douro (UTAD) und des Centro Hospitalar Trás-os-Montes e Alto Douro (CHTMAD), beide aus Portugal, zusammen. Jede der beteiligten Institutionen bringt neben der landesspezifischen Erfahrung – auch vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Gesundheitssysteme – eine bestimmte Spezialisierung mit ein und widmet sich in einem Arbeitspaket einem Teilbereich des Projekts. Die FH Technikum Wien befasst sich unter anderem mit der Entwicklung der verschiedenen Lehr- und Trainingskonzepte und hat die Projektleitung inne.

Virtual Reality und Web-basierte Trainingstools

„Um auch seltene, aber kritische Anwendungsfälle trainieren zu können, werden im Rahmen des Projekts verschiedene Lernszenearien entwickelt“, erklärt Andrea Balz. Das erste solche Lernszenario richtet sich speziell an Personal in der Notaufnahme und behandelt die klinischen Prozesse, welche im Zuge eines komplexen Atemwegsmanagements (Verschluss des Atemwegs) anzuwenden sind. Die Teilnehmer*innen müssen in der Simulation die jeweils korrekten Behandlungsschritte auswählen und umsetzen. Das entsprechende Training wurde in drei verschiedenen technischen Varianten erstellt: Um die theoretischen Inhalte zu festigen, wurde eine online verfügbare e-Learning-Trainingslösung erarbeitet. Zusätzlich können die Teilnehmer*innen in einem interaktiven Video unterschiedliche Behandlungspfade üben und erhalten über das Web-basierte Trainingstool unmittelbar Feedback dazu. Als bisher aktuellster Ansatz wurde außerdem eine Virtual Reality (VR) Applikation entwickelt, mit deren Hilfe im Team-Modus vor allem die Kommunikationsprozesse geübt und gefestigt werden sollen. Im Verlauf des Projekts sollen noch weitere derartige Behandlungs- und Simulationsszenarien konzipiert und umgesetzt werden.